Wind und Wettersysteme auf den Kanaren

Der Passat

Vielleicht der wichtigste das Wetter bestimmender Faktor auf den Kanaren ist der Passat.

Er hält auf Meereshöhe, bzw. der Höhe in die der Passatwind hinauf reicht, die Temperaturen das ganze Jahr, auch im Sommer, sehr konstant. Im Sommer geht der Passat oft nur bis zu einer Höhe von 300 bis 400 Metern. Im Normalfall im Sommer so um die 500 bis 700 Meter. Im Winter reicht der Passat auch bis auf Höhen von knapp 2000 Metern.

Die feuchten Passatwinde bringen aber auch viele Niederschläge auf die Kanarischen Inseln, vor allem auf den Nordseiten. Die aufsteigenden Wolken regnen entweder ab oder aber alleine der direkte Kontakt der vorbeiziehenden Wolken mit den Planzen bringt einen erheblichen Wassereintrag auf die Inseln.

Die Kanaren liegen in einem Breitengrad von 27. bis zum 29. Breitengrad also voll in der Passatwindzone die von etwa 30 Grad die bis zur innertropischen Konvergenzzone reicht.

Weitere Wind- und Wettersysteme bestimmen das Klima der Kanaren
Folgende sind die wichtigsten.

Passat Wetterlage auf Gran Canaria

Kalima, Wind aus der Sahara

Der Kalima, ist ein warmer bis heisser Wind aus dem Osten. Je nach Konstellation strömt dann warme Luft aus der Sahara, die dann auch mehr oder weniger mit Sand beladen ist, über die Kanaren. Im Extremfall bedeutet das dann Temperaturen bis zu 45 Grad und auch eine Art hellbrauner Nebel der eine Sicht von nur 500 Metern erlaubt. Der Kalima ist aber nicht immer so extrem. Die Häufigkeit ist sehr unterschiedlich. Im manchen Jahren kommt das bis zu 10 mal im Jahr vor, in anderen Jahren nur 3 bis 5 mal. Er dauert meist zwischen 3 und 5 Tagen. Dieses Wettersystem kommt das ganze Jahr über vor. Im Sommer sind die Temperaturen höher aber es gibt meist keine so grosse Sandbelastung die häufiger im Winter vorkommt.

Manchmal wird der Kalima fälschlicherweise auch Schirokko genannt, letzterer ist zwar auch ein warmer Wind aus der Sahara, dieser kommt aber im Mittelmeergebiet vor und weht aus südlicher und südöstlicher Richtung.

Manchmal bringt der Kalima auch Heuschrecken aus Afrika mit. In den früheren Jahrhunderten wird oftmals von Heuschreckenplagen berichtet die die Ernte, vor allem auf den östlichen Kanaren, vernichtet haben.

Kalima in den Dünen von Maspalomas

Wind und Wetter aus Süden - Südwesten - Westen

Dieses Wetter System gibt es eigentlich nur im Winter. Der Passat wird weit nach Süden gedrängt bzw. setzt aus und es streifen mehr oder weniger schwere Tiefdruckausläufer die Kanaren. Dabei kann es zu ergiebigen Regenfällen kommen. Dann regnet es im trockenen Süden und Südwesten der Inseln am meisten. Am häufigsten betrifft das natürlich die westlich gelegenen Inseln La Palma, La Gomera und noch Teneriffa. El Hierro liegt meist zu südlich. Bei entsprechen stark ausgeprägten Ausläufern kommt der Regen aber auch über die östlichen Inseln Gran Canaria und auch Lanzarote und Fuerteventura. Durch die starken Regenfällen explodiert dann aber die Vegetation auf den sonst schon fast wüstenartigen Inseln Lanzarote und Fuerteventura.
Im schlimmsten Fall kommen dann auch starke Winde und hohe Wellen mit die auch Zerstörungen an Häfen und Uferpromenaden im Süden und Westen anrichten können. Im Nordosten kommt es oftmals vor dass man von diesem extremen Wetter wenig bis gar nichts merkt.

Kaltlufteinbrüche aus dem Norden

Kaltlufteinbrüche aus dem Norden kommen nur im Winter vor und dann auch nur relativ selten. Die Temperaturen können dann vor allem auf den Bergen ab 1500 Meter unter Null Grad sinken. Auf den Inseln La Palma, Teneriffa aber auch auf Gran Canaria kann es dann schneien.

Schnee im Zentrum von Gran Canaria

Ganz selten gibt es auch auf Meereshöhe niedrige Temperaturen die bis auf 10 oder 15 Grad sinken können. Das kommt aber durchschnittlich nur alle 50 Jahre vor. Im Jahre 2011 gab es mal einen Tag mit ca. 10 Grad in Las Palmas und Schneegrenze auf 1300 Höhenmeter. Man konnte im Nordosten von der Küsten in der Früh den Schnee auf den Bergen sehen.